10 TIPPS wie Du aus Deinem kleinen Lesemuffel eine wahre Leseratte machst

Das Lesen von Büchern fördert besonders bei Kindern die Sprachkompetenz, erweitert das Vokabular, fördert die Fantasie & Kreativität und ist ein spaßiger Ausgleich, bei dem man ganz einfach in fremde Welten eintauchen kann.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass z.B. virtuelle Spiele oder Fernsehen bei Kindern oft beliebter sind als gute Bücher. In den folgenden 10 Tipps erfährst du daher, wie Du aus einem Lesemuffel eine echte Leseratte machst. Essentielle Fragen sind zunächst:
Wie bringe ich mein Kind dazu, Freude am Lesen zu entwickeln? Wie motiviere ich einen Lesemuffel zum Lesen? Wie wird mein Kind eine echte Leseratte?

Diese Fragen beantwortet die folgende Check-Liste:

1. Entwickle möglichst früh die Liebe zum Lesen

Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder in Erwachsenenalter häufig lesen, steigt, wenn das Lesen Teil der familiären Kultur in der Kindheit gewesen ist. Du kannst Deinem Kind oder Enkel das Lesen bereits näherbringen, wenn es selbst dazu noch nicht in der Lage ist: In dem Du dem Kind vorliest, oder Dich mit dem Kind über Geschichten, die es gelesen hat, unterhältst.

2. Lies Deinem Kind vor

Bei Kindern denen z.B. aus Büchern vorgelesen wird ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie als Erwachsene selber lesen werden.

Viele Eltern scheuen jedoch davor zurück, ihren Kindern vorzulesen. Sie befürchten, dass sie keine angenehme Lesestimme haben, oder, dass sie sich beim Vorlesen verhaspeln. Sei in dieser Hinsicht unbesorgt. Auch Vorlesen ist eine Fähigkeit, die trainiert werden kann und Du wirst mit der Zeit besser werden.

TIPP: Fang ruhig klein an. Falls Dein Kind noch klein ist (1 ½ bis 5 Jahre), kannst Du deinem Kind beispielsweise Geschichten aus der Heftreihe „Pixi“ (Carlsen Verlag) vorlesen. Diese Geschichten sind durchgängig illustriert, kindgerecht geschrieben und die Textlänge mit einem Seitenumfang von 24 Seiten überschaubar. Du erhältst „Pixi“ unter in den meisten Buchhandlungen, die Kinderbücher führen, oder auf online Amazon.

Solltest Du es verpasst haben, Deinem Kind bereits mit 1 ½ Jahren vorgelesen zu haben, sei beruhigt: Es ist nie zu spät, um damit anzufangen!

3. Geh‘ beim Vorlesen auf Fragen ein

Hat Dein Kind Fragen zu einem Buch oder einer Geschichte, unterbrich ruhig den Lesefluss und geh auf die Fragen ein. Ist es ein Sachbuch, hilft es Deinem Kind, Zusammenhänge zu verstehen. Handelt es sich um Fiktion, genügt oft eine kurze Antwort, um Dein Kind in die Geschichte zurückzuholen (welches sich sonst nur noch mit der vermeintlichen Unstimmigkeit beschäftigt hätte und der Geschichte nicht mehr gefolgt wäre).

4. Entwickle Rituale

Kinder lieben Rituale. Sie zeigen ihnen, dass ihre Welt in Ordnung und berechenbar ist und stärken ihr Selbstbewusstsein. Überlege Dir eine Uhrzeit zu der Du dem Kind immer vorliest. Dies kann beispielsweise am Vormittag sein, während das Essen kocht, oder am Nachmittag nachdem Dein Schulkind seine Hausaufgaben gemacht hat, nach dem Abendessen, oder kurz vor dem Zu-Bett-Gehen.

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Wir müssen Beruf, Karriere, unsere Gesundheit und Familie unter einem Hut bringen. Da ist es schwierig, sich abends, wenn man ausgelaugt ist, auf einen Vorlesetext bzw. ein Buch für Kinder zu konzentrieren. Sei aber beruhigt, nicht nur Dir geht es so. Versuch Dir dennoch die Zeit zu nehmen, Dein Kind wird es Dir danken. Solltest Du einmal vom Tageswerk so erschöpft sein, dass Dir das Lesen doch zu schwerfällt, erkläre Deinem Kind (vorher) einfach, dass Du sehr müde bist und heute ausnahmsweise einen kürzeren Text lesen wirst. Ein Lesemuffel wird schließlich nicht über Nacht zu einer begeisterten Leseratte.

5. Lies abwechselnd mit Deinem Kind

Wenn Dein Kind bereits in der Schule oder zumindest im Schulalter ist, kannst Du beim Vorlesen Dein Kind stellenweise selbst laut lesen lassen. Hilfreich sind hier Bücher mit größeren Buchstaben, beispielsweise Erstlesebücher (ab der ersten Schulstufe, sprich 1. Klasse) oder die Buchreihe „Erst ich ein Stück, dann du“ von cbj. In dieser Buchreihe wechseln sich Texte, die die Eltern oder Großeltern vorlesen, mit jenen, die das Kind liest, ab (die Werke sind unter anderem auf Amazon erhältlich). Sei geduldig und gib Deinem Kind die Zeit, die es braucht.

TIPP: Ein sehr empfehlenswertes Buch für Erstleser und Lesemuffel ist außerdem „Der kleine Peter in der Katzenstadt“ (6 – 8 Jahre bzw. 1. – 3. Klasse Grund- bzw. Volksschule) von Anneliese Umlauf-Lamatsch von G & G. Es ist 1933 bereits erschienen, hat jedoch bis heute nichts von seinem einzigartigen Charme verloren. Der Text ist zu Beginn des Buches relativ groß geschrieben und wird gegen Ende hin immer kleiner. Außerdem ist es entzückend illustriert. Das Buch ist ebenfalls auf Amazon erhältlich, oder in Buchhandlungen bestellbar.
Wenn Du gemeinsam liest, achte darauf, dass Du zu einer Uhrzeit liest, zu der Dein Kind noch aufnahmefähig ist. Spät abends wird es zu müde sein, um es zum Lesen zu motivieren oder erste Leseversuche zu machen. Vermeide daher, dass das Lesen schlimmstenfalls als Zwang und unangenehm empfunden wird.

6. Wecke die Begeisterung für geschriebene Geschichten

Sozialisation und zwischenmenschliche Beziehungen entstehen durch Kommunikation. Rede mit Deinem Kind, erzähle ihm Geschichten. Du kannst selber welche erfinden, oder auf den Jahrtausende alten Pool an Erzählungen zurückgreifen: Die Helden und Göttinnen der Antike, aber auch Erzählungen, die dich in Deiner eigenen Kindheit begeistert haben. Du hast Pipi Langstrumpf als Kind geliebt? Du hast als Kind bei den Abenteuern von „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ mitgefiebert? Erzähle Deinem Kind davon! Erzähl‘ ihm, was Du an der Geschichte so spannend gefunden hast und was Dir besonders daran gefallen hat. Und wenn Dein Kind neugierig geworden ist, besorge das Buch im Buchhandel oder in der Bibliothek – und lies ihm vor! Vergiss nicht, dass viele der alten Geschichten aus heutiger Sicht politisch inkorrekt sein können. Die Hauptfigur würde vielleicht Dinge tun oder sagen, die sie heute nicht tun würde. Geh ruhig beim Vorlesen darauf ein, dadurch lernt Dein Kind, Texte auch einmal zu hinterfragen. Oder überspringe einfach die entsprechenden Stellen.

Lass Dein Kind auch wissen, dass es noch viele, viele andere Geschichten gibt, und benenne sie. Viele Kinder werden dann von sich aus diese Bücher eines Tages selber lesen wollen. Dein Ziel sollte sein, Deinem Kind näherzubringen, dass Lesen Spaß machen und dass man durchs Lesen in fremde Welten eintauchen kann. Biete Deinem Kind somit eine Alternative zur Beschäftigung mit Smartphones.

7. Gib Deinem Kind die richtigen Geschichten

Kann Dein Kind bereits lesen, schenke ihm zu einem besonderen Anlass (Schulbeginn, Weihnachten, Ostern, Fahrt in den Urlaub, Namenstag… etc.) ein Buch. Achte darauf, dass die Altersempfehlung grundsätzlich zum Alter Deines Kindes passt. Doch lass Dich nicht von Altersangaben in ein Korsett schnüren. Sie sind genau das: Empfehlungen. Jedes Kind entwickelt sich anders und ein Buch, das für 8-Jährige geschrieben worden ist, könnte auch einen 7-Jährigen begeistern, oder für einen 10-Jährigen noch zu aufregend sein. Suche nach Online-Leseproben zum Buch, um Dir ein besseres Bild über die Geschichte zu machen. Schließlich kennt niemand Dein Kind besser als Du.

Achte auch darauf, dass die Hauptfigur der Geschichte zugänglich geschrieben ist und sich Dein Kind in die Figur hineinversetzen kann. Nur wenn Dein Kind mit der Figur mitfiebern kann wird es sich für die Geschichte begeistern können. Solltest Du als Kind ein Buch geliebt haben, dann besorge es wieder. Solltest Du neue Geschichten suchen, könntest Du eine Hand voll Bücher kaufen und zuerst selber lesen, um sicher zu gehen, dass die Geschichte für Dein Kind geeignet ist. Oder Du durchstöberst auf Buch-Blogs die Rezensionen von Kinderbüchern.

Geschichten sollten außerdem spannend geschrieben sein. Optimalerweise gibst Du Deinem Kind ein Buch, das es nicht mehr weglegen kann.

Blogs, die Kinderbücher rezensieren sind beispielsweise:
https://schatzenkind.de

https://phantasienreisen.de

https://gwynnys-lesezauber.de

8. Illustrationen helfen, die Einstiegsbarriere zu vermindern

Vermeintliche Lesemuffel können sich von einem langen Text eingeschüchtert fühlen. Kinder können nicht wissen, ob sich die Arbeit, das Buch zu lesen, lohnen wird. Illustrationen können Deinem Kind rasch ein Gefühl dafür vermitteln, worum es in der Geschichte geht. Und sie können das Kind neugierig auf die Geschichte machen. Was ist das für ein Wesen auf Seite 98? Was macht es dort? Ist es gut, oder böse?

9. Sei ein Vorbild

Kinder lernen durch Sozialisation und Imitation. Lass Dein Kind wissen, dass Du Bücher liest und warum es Dir Spaß macht.

10. Halte Bücher griffbereit

Der letzte Tipp ist der offensichtlichste: Achte darauf, dass Kinderbücher zu Hause für Dein Kind zugänglich sind. Dies müssen nicht nur Lesebücher sein, es können sich auch Wimmelbücher und Bildlexika darunter mischen. Sollte Deinem Kind langweilig sein, kann es jederzeit ein Buch aus dem Regal nehmen und darin blättern. Spannende Wimmelbücher sind beispielsweise die Buchreihe „Wo ist Walter“ von Martin Handford (Fischer Sauerländer Verlag), oder die Bücher von Ali Mitgutsch. Lass Dich sich nicht davon abschrecken, dass viele der Wimmelbücher von Ali Mitgutsch als Pappbücher herausgekommen sind. Auch 6- bis 7-Jährige finden noch Gefallen daran, weil es in diesen Büchern so viel zu entdecken gibt.

Warum ist lesen wichtig?

Die Anforderungen in der Arbeitswelt haben sich verändert. Eine Ausbildung alleine reicht nicht mehr aus, um seinen Arbeitsplatz zu sichern. Nur durch ständige Weiterbildung und selbständiges Sich-Aneignen zusätzlicher Fähigkeiten bleiben Erwachsene heute wettbewerbsfähig. Es gibt natürlich einen Unterschied zwischen dem Lesen von Fachliteratur und Fiktion. Jedoch haben es Leser grundsätzlich leichter.

Fantasy Kinderbuch Das Dorf unter dem Fußboden von John E. Brito

Und jeder Mensch ist grundsätzlich neugierig. Wir wollen wissen, wie die Welt funktioniert. Lernen ist Belohnung in sich. Leider wird vielen Kindern von klein auf das Gefühl vermittelt, dass Lernen eine lästige Pflicht ist. So ist es jedoch nicht.

Lesen ist Upgraden des Geistes. Und macht Spaß 🙂

Wir haben bei unserem Fantasy-Kinderbuch “Das Dorf unter dem Fußboden” vor allem auch an Kinder gedacht, die sonst nicht so gerne lesen und wollten eine Geschichte schreiben, die sie zum Lesen animiert. Wirf einen Blick aufs Buch.